
Linz lädt ein
2. Partnertreffen in Linz (Österreich) vom 19.05.-21.05.2025
Aktivitäten
Im Rahmen unseres Erasmus+ Projekts fand im Mai 2025 das zweite internationale Partnertreffen an der Heilstättenschule Linz statt. Ziel dieses Treffens war es, den Unterricht im Krankenhaus – insbesondere im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich – aus erster Hand kennenzulernen und den fachlichen, pädagogischen sowie kulturellen Austausch zwischen den Projektpartnern zu vertiefen.
Zum Auftakt wurden die Teilnehmenden begrüßt und erhielten eine Einführung in die besondere Struktur der Heilstättenschule Linz sowie in das pädagogische Konzept des Unterrichts im Krankenhaus. Eine anschließende Schul- und Klinikführung ermöglichte einen Einblick in Klassenräume, Therapie- und Freizeitbereiche und vermittelte ein realistisches Bild vom schulischen Alltag von Kindern und Jugendlichen in stationärer Behandlung.
Ein besonderer Schwerpunkt des Treffens lag auf den Hospitationen im Unterricht. An mehreren Tagen konnten die Kolleginnen und Kollegen verschiedene Unterrichtssettings am Neuromed Campus Linz und am Med Campus IV beobachten – darunter Stationsklassen, einer tagesklinische Klasse, den Unterricht der Höheren Schule im Spital sowie eine Akutklasse. Dabei standen sowohl die eingesetzten Lehrmethoden als auch die Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern im Fokus. Die Hospitationen wurden durch Reflexions- und Diskussionsrunden ergänzt, in denen Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen offen ausgetauscht wurden.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt waren Fachpräsentationen von Lehrkräften und Fachpersonal aus dem Gesundheitsbereich. Themen waren unter anderem individualisierte Lernpläne, der Umgang mit psychischen Belastungen im Schulalltag, die Förderung von Resilienz sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Klinik. Am 19. Mai stellte zudem Frau Dr. Steiniger, Oberärztin der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Struktur, Entwicklung und Versorgungsschwerpunkte der Abteilung vor und verdeutlichte die Bedeutung multiprofessioneller Zusammenarbeit.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Reflexionstreffen, in dem zentrale Eindrücke und Erkenntnisse zusammengetragen wurden. Diskutiert wurden unter anderem der Umgang mit Social Media bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen, unterschiedliche schulische Arbeitsweisen an verschiedenen Standorten sowie die Rolle der Schule als Teil eines multiprofessionellen Teams.
Zielgruppe und Mehrwert des Treffens
Das Partnertreffen richtete sich in erster Linie an Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal aus Krankenhausschulen. Indirekt profitieren auch die hospitalisierten Schülerinnen und Schüler, da die teilnehmenden Lehrkräfte neue Ideen, Methoden und Perspektiven in ihre tägliche Arbeit mitnehmen konnten.
Durch Hospitationen, fachlichen Austausch und den Vergleich unterschiedlicher internationaler Ansätze konnten bewährte Verfahren identifiziert und Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen schulischen Praxis gewonnen werden. Besonders wertvoll war dabei der Austausch über innovative und flexible Lernformen, die es ermöglichen, auch unter schwierigen gesundheitlichen Bedingungen schulische Kontinuität und ein Gefühl von Normalität zu bewahren.
Ergebnisse und Ausblick
Das Partnertreffen trug wesentlich zur Erreichung der Projektziele bei. Die Teilnehmenden erweiterten ihr pädagogisches Repertoire, vertieften ihr Verständnis für den Unterricht im Krankenhaus und stärkten die Zusammenarbeit zwischen Schule und Klinik. Darüber hinaus entstanden neue internationale Netzwerke, die auch über das Projekt hinaus den Austausch von Ideen und Best Practices ermöglichen.
Das Treffen in Linz zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich sein kann – insbesondere dort, wo Schule und Gesundheit eng miteinander verbunden sind. Die gewonnenen Erkenntnisse und Impulse werden langfristig dazu beitragen, die Unterrichtsqualität in Krankenhausschulen weiter zu verbessern und die schulische sowie persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen.